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Wertpapiere kaufen und verkaufen: Die Schritt für Schritt Erklärung

Wertpapiere kaufen und verkaufen ist kein Hexenwerk. Ein paar Dinge muss man aber wissen, beispielsweise warum man beim Kauf ein Limit setzen oder wann man ein Wertpapier wieder verkaufen sollte. Wir erklären den Kauf und Verkauf von Wertpapieren Schritt für Schritt.

  • Limit sind vor allem bei Nebenwerten wichtig
  • Passive Investmentstrategien auf dem Vormarsch
  • Zu hohe Aktivitäten kosten Gebühren

Schritt 1: Depot eröffnen

Zum Handeln benötigen Anleger ein Depot. Tafelgeschäfte, bei Wertpapiere in Papierform ausgegeben und daheim verwahrt werden, gibt es kaum noch. Nicht zuletzt deshalb, weil viele Aktiengesellschaften keine effektive Stücke, also auf Papier gedruckte Wertpapiere, mehr ausgeben. Stattdessen gibt es nur eine Globalurkunde, die alle Aktien verbrieft.

Bei diesem Girosammelverwahrung genannte Verfahren wird der Anspruch des einzelnen Aktionärs über das Depot dokumentiert. Das ist vergleichbar mit der Bezahlung per Überweisung oder Karte, wo ja auch keine Geldscheine den Besitzer wechseln, sondern nur Guthaben auf Konten umgebucht werden. Weil dieses Verfahren heute Standard ist, ist ein Depot unverzichtbar.

Wenn Einzelaktien als gedruckte Urkunden vorliegen, spricht man von effektiven Stücken. Hier abgebildet ist der Mantel, der den Anteil an dem Unternehmen verbrieft. Zusätzlich gibt es noch den Bogen, der aus den Kupons und dem Talon besteht. Mit den Kupons werden vor allem die Dividenden ausgezahlt. Dazu muss ein bestimmter Kupon abgeschnitten und bei der Bank vorgelegt werden. Gegen Vorlage des Talons erhält man einen neuen Bogen. Heute üblich ist aber die Girosammelverwahrung, bei der es nur noch eine Globalurkunde für alle Aktien gibt.

Wenn Einzelaktien als gedruckte Urkunden vorliegen, spricht man von effektiven Stücken. Hier abgebildet ist der Mantel, der den Anteil an dem Unternehmen verbrieft. Zusätzlich gibt es noch den Bogen, der aus den Kupons und dem Talon besteht. Mit den Kupons werden vor allem die Dividenden ausgezahlt. Dazu muss ein bestimmter Kupon abgeschnitten und bei der Bank vorgelegt werden. Gegen Vorlage des Talons erhält man einen neuen Bogen. Heute üblich ist aber die Girosammelverwahrung, bei der es nur noch eine Globalurkunde für alle Aktien gibt.

Foto: Gipsmuseum Walkenried

Welcher der beste Broker ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig, vor allem

  • dem monatlichen Umsatz,
  • der Höhe der Transaktionen und
  • dem Wert des Depotbestandes.

Wer nur selten handelt, braucht einen Broker ohne Grundgebühren. Wer täglich mehrfach Aktien kauft und verkauft, für den kann ein Broker mit monatlichen Kosten und niedrigeren Transaktionskosten dagegen sinnvoll sein.

Mehr Hintergründe zur Brokerwahl gibt es im Beitrag „Aktiendepot eröffnen Schritt für Schritt“. Vor allem für Einsteiger ist unser Aktiendepot Testsieger 2016 S-Broker eine gute Wahl. Die Eröffnung ist überwiegend online möglich und geht schnell.

Schritt 2: Wertpapier aussuchen

Zur Wahl des richtigen Wertpapiers gibt es verschiedene Ansichten. Vereinfacht gesagt stehen sich zwei Lager gegenüber:

  1. Die Vertreter der Effizienzmarkthypothese und
  2. die Anhänger des „Stock Picking“.

Bei dem Streit geht es darum, wie effizient die Kapitalmärkte den Wert einzelner Aktien abbilden und ob sich die gezielte Auswahl lohnt – oder ob am Ende nur das Glück darüber entscheidet, wer erfolgreich ist. Nach Ansicht der Vertreter der Effizienzmarkthypothese sind nämlích alle Informationen über eine Aktie bereits im Preis enthalten. Eine Aktie mit schlechten Zukunftsaussichten ist dann auch entsprechend billig – und zwar genau so viel billiger, dass sich die geringeren Wachstumsmöglichkeiten und der niedrigere Preis die Waage halten.

Selbst Fondsmanager (blau) schaffen es oft nicht, besser abzuschneiden als der Markt (gelb). Da ist der Ausgabeaufschlag noch gar nicht berücksichtigt, bei diesem Fonds 3,0 Prozent

Selbst Fondsmanager (blau) schaffen es oft nicht, besser abzuschneiden als der Markt (gelb). Da ist der Ausgabeaufschlag noch gar nicht berücksichtigt, bei diesem Fonds 3,0 Prozent

Quelle: Onvista.de

In diesem Fall könnte man die Aktien genauso gut per Zufall auswählen – oder gleich Indexfonds kaufen, die einfach nur einen Index wie den DAX nachbilden – und entsprechend auch die gleichen Gewinne machen. Die Übertreibungen an den Märkten sprechen nicht gerade für die Korrektheit der Effizienzmarkthypothese, klar ist aber auch, dass es nicht so einfach ist die richtigen Aktien zu finden, wie dubiose Ratgeberseiten manchmal den Eindruck erwecken. Ein bisschen den Markt analysieren reicht nicht, wer besser abschneiden will als der Durchschnitt, muss auch schlauer (oder besser informiert) sein als die Mehrheit.

Für viele Kleinanleger ist der Kauf von ETFs deshalb tatsächlich eine gute Strategie, womöglich sogar in Form eines Sparplans. Aber nichts spricht dagegen, sich auch ein paar Einzelaktien ins Depot zu legen. Dabei ist eine gute DAX Trading Strategie wichtig, auch Bücher können beim Aktienhandel lernen helfen.

Der Kaufauftrag: Limits, Börsenwahl und Oderzusätze

Dann beginnt der eigentliche Kaufvorgang. Wer ein Wertpapiere über die Kurstabellen des Brokers gefunden hat, kann einfach auf „Kaufen“ klicken. Hat man dagegen in unabhängigen Portalen wie Onvista.de nach einem Wertpapier gesucht, kopiert man am einfachsten die Wertpapierkennnummer (WKN) oder deren internationale Variante, die ISIN (International Securities Identification Number), in die Ordermaske des Brokers.

Hintergrund: WKN und ISIN

Die Wertpapierkennnummer, kurz WKN, ist traditionell ein sechsstellige Zahl, seit 2003 kann sie auch Buchstaben enthalten. Im gleichen Jahr wurde auch die internationale ISIN eingeführt, die zwölf Stellen hat und international vergeben wird. Bei vor 2003 vergebenen Wertpapierkennnummern ist die WKN ein Teil der ISIN, die Deutsche Bank Aktie hat beispielsweise die WKN 514000 und die ISIN DE0005140008, wobei das DE für Deutschland steht und die acht am Ende eine Prüfziffer ist.

Anders als in Österreich, wo Wertpapiere nur noch eine ISIN erhalten, wird die WKN in Deutschland weiter vergeben. Sie hat den Vorteil, dass sie leichter zu merken ist. Beispielsweise hat ein Indexfonds des Anbieters Comstage, der den MDAX nachbildet, die ISIN LU1033693638, als WKN dagegen das einfach zu merkende ETF007.

Börse wählen

Icon_Geldscheine_PlusÜber die Nummer wird das Wertpapier aufgerufen, jetzt kann es ge- oder verkauft werden. Dazu muss zunächst ein Börsenplatz ausgewählt werden, denn viele Wertpapiere werden an unterschiedlichen Börsen gehandelt, beispielsweise bei der Tradegate Exchange in Berlin, in Frankfurt und in Hamburg.

Hier kann man den Broker entweder beauftragen, bei der besten Börse zu kaufen oder sich direkt für einen Handelsplatz entscheiden, beispielsweise den mit den höchsten Umsätzen oder dem niedrigsten Kaufkurs. Teilweise ist der Handel über bestimmte Börsen auch besonders günstig, viele Broker bieten beispielsweise spezielle Konditionen beim Kauf über die Tradegate Exchange.

Anzahl wählen

Nun muss im nächsten Schritt die Zahl der Wertpapiere eingegeben werden. Wichtig ist dabei, dass das verfügbare Budget nicht überschritten wird. Einige Banken wie die ING-DiBa geben neben dem aktuellen Kontostand auch die „Buying Power“ an. Dabei sind Ausgaben für bereits getätigte, aber noch nicht abgewickelte Käufe bereits vom Guthaben auf dem Verrechnungskonto abgezogen.

Bedenken müssen Käufer außerdem, dass der Kaufpreis höher liegen kann als der aktuelle Kurs und außerdem Gebühren fällig werden.

Limit setzen

Bei Käufen und Verkäufen empfiehlt es sich, ein Limit zu setzen. Damit ist klar, wie viel die Aktie maximal kostet. Ohne Limit wird die  Aktie „günstigst“ gekauft, also zum niedrigstmöglichen Kurs, egal wie hoch dieser ist. Das kann vor allem bei Nebenwerten alles andere als günstig sein. So kann es vorkommen, dass es an einem Tag nur einen einzigen Verkäufer gibt – und der nur zu einem unangemessen hohen Kurs verkaufen würde.

Beispiel: Ein Anleger will 100 Aktien eines Nebenwertes kaufen, der aktuell bei 12,42 Euro notiert. Da es bei diesem Wert wenig Handel gibt, findet sich an dem Tag nur ein einziger Verkäufer, der aber 20,00 Euro je Aktie verlangt. Wurde kein Limit gesetzt, kommt der Handel trotzdem zustande, schließlich ist der Kurs der günstigste verfügbare.

Auch bei großen Aktien kann es zu deutlichen Ausschlägen kommen, wenn auch seltener als bei Nebenwerten. Deshalb ist auch hier ein Limit empfehlenswert. Ein bisschen Luft sollte man aber lassen. Wenn eine Aktie gerade bei 7,46 Euro notiert bedeutet das nicht, dass man auch zu genau diesem Kurs kaufen kann, das Limit sollte also etwas höher liegen.

Beim Verkauf von Aktien lässt sich ebenfalls ein Mindestpreis setzen, alternativ wird die Aktie „bestens“ verkauft, also zum höchsten erzielbaren Preis.

Selbst bei einem so großen Wert wie der Volkswagen-Aktie kann es heftige Ausschläge geben, wie dieses Beispiel zeigte. Pech, wer 2008 ohne Limit einen Kaufauftrag aufgab und seine Aktien plötzlich zu astronomischen Kursen bekam, die kurz danach auch wieder abstürzten.

Selbst bei einem so großen Wert wie der Volkswagen-Aktie kann es heftige Ausschläge geben, wie dieses Beispiel zeigte. Pech, wer 2008 ohne Limit einen Kaufauftrag aufgab und seine Aktien plötzlich zu astronomischen Kursen bekam, die kurz danach auch wieder abstürzten.

Depot kontrollieren

Auch beim Verkaufen machen sich die unterschiedlichen Ansichten über die Effizienz der Börse bemerkbar. Anhänger der Effizienzmarkthypothese halten die regelmäßige Kontrolle des Depots und mögliche Verkäufe schlicht für unnötig. Ihr Argument: „Wenn die Aktie wirklich so schlecht ist wie es scheint, wer soll sie dann noch kaufen?“ Der Verkaufskurs müsste dann so niedrig sein, dass man die Aktie auch gleich behalten kann.

Diese Ansicht wird aber nicht von allen geteilt. Aktive Investoren kontrollieren regelmäßig ihr Depot. Die Grundregel lautet dabei: „Gewinne laufen lassen, Verluste realisieren“. Viele Anleger machen das Gegenteil und behalten Aktien mit schlechter Performance in der Hoffnung, dass sie doch noch steigen könnten. Gute Papiere werden dagegen verkauft, damit die Gewinne gesichert werden. 

Der DAX hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegte. Sollte man deshalb verkaufen? Eine schwierige Frage.

Der DAX hat in den vergangenen Jahren deutlich zugelegte. Sollte man deshalb verkaufen? Eine schwierige Frage.

Wer nicht ständig ins Depot schauen will, kann auch automatische Verkaufsaufträge setzen. Beispielsweise einen Stop-Loss, bei dem die Aktie automatisch verkauft wird, wenn sie ein bestimmtes Niveau unterschreitet. So können übergroße Verluste verhindert werden.

Beim Trailing Stop-Loss bewegt sich der Stoppkurs mit dem aktuellen Kurs nach oben. Steigt die Aktie um 5,0 Prozent, steigt auch der Stoppkurs um 5,0 Prozent. So sichert man sich nicht nur gegen zu hohe Verluste ab, sondern kann auch Gewinne sichern.

Fazit

Icon_Blatt_mit_StiftAktien kaufen ist nicht schwer. Wer es sich nicht zutraut den Markt zu schlagen, der kann mit einem ETF-Sparplan relativ einfach eine Strategie wählen, die wenig Kosten verursacht und das Risiko sowohl in Bezug auf die gekauften Aktien als auch auf den Kaufzeitpunkt weit streut. Weil beispielsweise jeden Monat gekauft wird entgeht man der Gefahr, alles direkt vor einer Kurskorrektur zu investieren. Wer Spaß am Handeln hat und sich ein Händchen für Aktien zutraut, der kann auch aktiv Einzelwerte kaufen und verkaufen.

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