Brokervergleich.com

DAX ETF Dividende: 5 Fakten, die man wissen muss

Geld verdienen mit einem DAX ETF Dividende

Dividenden-ETFs haben sich in den vergangenen Jahren oft deutlich besser entwickelt als der Markt. Denn zum Kursgewinn gab es immer noch einen deutlichen Zuschlag in Form von Dividenden obendrauf. Aber die Kurse sind auch oft hoch und einige Fallen lauern auf den Kunden.

Die Vor- und Nachteile von Dividendenwerten

Dividendenwerte haben auf den ersten Blick einen klaren Vorteil: Sie bieten nicht nur Kursgewinne, sondern auch zusätzlich eine regelmäßige Gewinnausschüttung. Die Dividendenrendite kann leicht drei oder vier Prozent betragen, das ist mehr als man selbst bei guten Banken auf das Tagesgeldkonto bekommt. Außerdem sind hohe Auszahlungen oft ein Zeichen wirtschaftlicher Stärke, vor dem Bankrott stehende Firmen zahlen keine Dividenden.

Ganz so einfach ist es allerdings doch nicht, denn an der Börse bekommt man nichts geschenkt. Die Dividendenrendite ergibt sich immer erst aus dem Verhältnis der Gewinnausschüttung zum Kurs. Anleger müssen sich deshalb fragen, warum eine Aktie trotz einer hohen Dividende an der Börse nicht höher bewertet ist. Dafür gibt es verschiedene Gründe.

Bild1-1

Dividenden und Gewinne gehen nicht immer Hand in Hand. Entwicklung von Dividenden (blau) und Gewinnen (schwarz) der im MSCI World enthaltenen Unternehmen in Relation zu 1999 (=100)

Nicht immer gehen hohe Zahlungen auch mit hohen Gewinnen einher. Teilweise sind sie schlicht ein Zeichen dafür, dass die Firmenleitung keine Zukunftsinvestitionen tätigt. Viele Internetgiganten wie Alphabet (Google) oder Amazon zahlen keine Dividenden, weil sie alle Gewinne sofort in das Erschließen neuer Geschäftsfelder investieren. Andere wiederum kaufen mit dem Geld lieber Aktien zurück, weil vor allem große institutionelle Investoren das lieber sehen – oder weil das Gehalt der Manager an die Entwicklung des Aktienkurses gekoppelt ist. Und der profitiert von Aktienrückkäufen, während die Zahlung einer Dividende zu einem Kursabschlag führt.

Icon_WissenMitunter ist auch das Geschäftskonzept einfach wenig zukunftsträchtig. Nicht zufällig befanden sich unter den DAX-Unternehmen mit der höchsten Dividendenrendite lange Zeit zwei große Energieversorger. Jahrelang machten sie gute Gewinne, doch die Börsianer sahen die finanziellen Probleme schon kommen, weshalb der Kurs relativ niedrig lag. Das Ergebnis war eine hohe Dividendenrendite, der Preis eine schlechte Kursentwicklung und mittlerweile auch der Komplettausfall der Gewinnausschüttung bei RWE.

Hier die Vor und Nachteile noch einmal im Überblick.

Vorteile eines DAX ETF Dividende:

+ Extragewinn in Form der Dividende
+ Meist gesunde Unternehmen

Nachteile:

– Oft wenig innovativ
– Kursentwicklung oft unterdurchschnittlich

DAX ETF Dividende: Der DivDAX

Wer auf die dividendenstärksten Papiere des DAX setzen will, kann natürlich einen regulären Investmentfonds mit Schwerpunkt auf Dividendenwerten kaufen. Doch die Gebühren sind meisten hoch – und das obwohl bei einer Beschränkung auf den DAX ohnehin nur 30 Werte zur Auswahl stehen. 

Bild1-2

Lange Zeit spielten die Versorger eine große Rolle im DivDAX, auch als die Abschaltung vieler Atomkraftwerke wie hier in Grafenrheinfeld schon feststand.

Deutlich billiger und oft auch besser sind ETFs, die einen Index nachbilden oder nach einfachen Kriterien – und damit kostengünstig – Aktien auswählen. Wer einen DAX ETF Dividende sucht, für den bietet sich der DivDAX als Basis an. Dieser enthält die 15 dividendenstärksten der 30 DAX-Werte, etwa die Deutsche Telekom oder Siemens.

Nachteil eines DivDAX ETF ist die geringe Zahl von Unternehmen. Nur 15 Firmen sind in dem Index vertreten, die außerdem oft aus den gleichen Branchen kommen.  Automobilhersteller, Energieversorger und ehemalige Staatskonzerne sind im DivDAX gut vertreten.

Alternativen zum DAX prüfen

Die Suche nach Alternativen kann deshalb sinnvoll sein. Eine Möglichkeit ist es, sich nicht auf Deutschland zu beschränken, sondern europa- oder sogar weltweit Aktien mit hoher Ausschüttung zu suchen. Auch das geht mit Hilfe von Index-ETFs, statt einem DAX ETF Dividende kann man sich genauso gut einen Indexfonds auf den Euro Stoxx Select Dividend 30 ins Depot legen. 

Bild1-3

Mit dem Euro Stoxx Select Dividend lässt sich auch in dividendenstarke europäische Unternehmen außerhalb Deutschlands investieren. Im Bild ein Bankgebäude im italienischen Mailand.

Eine Alternative zum DAX ETF Dividende können auch Fonds mit Aktien kleinerer Unternehmen. Nicht immer gibt es dafür allerdings einen passenden Index. Hier können sogenannte Smart Beta ETFS weiterhelfen, beispielsweise der Wisdom Tree Europa SmallCap Dividend ETF.

Smart Beta ETFs: Smart Beta ETFs sind börsengehandelte Fonds, die allerdings keinen Index nachbilden, sondern diesen übertreffen wollen. Im Gegensatz zu klassischen aktiv gemanagten Fonds verzichten sie dabei aber meist auf ein teures Fondsmanagement, sondern wählen oder gewichten Aktien auf Basis statistischer Kennzahlen und Kriterien aus, beispielsweise der Dividendenrendite. Vereinfacht gesagt funktionieren sie oft so, als würde die Fondsgesellschaft einen eigenen Index ins Leben rufen.

Die Kosten liegen deshalb deutlich unter denen konventioneller Fonds, aber meist höher als bei reinen Indexfonds. Bisher gibt es nur wenige Daten zu der Frage, ob Smart Beta ETFs es tatsächlich schaffen den Markt zu schlagen. Vieles spricht dagegen, allerdings können sie dort sehr sinnvoll sein, wo keine Indizes zur Verfügung stehen um eine bestimmte Strategie umzusetzen.

Auch ein Blick in die Schwellen- und Entwicklungsländer kann sich lohnen, schließlich sind hier die Wachstumspotentiale weit größer als in den Industrienationen, allerdings meist auch die Risiken. Dividendenwerte können hier ein guter Kompromiss sein, denn sie sind meist stabiler in der Wertentwicklung als Wachstumswerte und gleichen damit das höhere Risiko der aufstrebenden Länder etwas aus.

Thesaurierender oder ausschüttend, Kurs- oder Performanceindex?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Fonds, solche die Dividenden ausschütten und andere, die das Geld gleich wieder reinvestieren. Die meisten Anleger bevorzugen sogenannte thesaurierende Fonds, die das ausgeschüttete Geld gleich wieder investieren. So müssen sich Anleger keine Gedanken um die Wiederanlage machen. Ausschüttende Fonds sind vor allem für Investoren interessant, die von den Erträgen laufende Ausgaben tätigen müssen, beispielsweise institutionelle Anleger wie Pensionsfonds. 

Bild1-4

Beim DAX ETF Dividende stellt sich die Frage meistens gar nicht. Denn wenn von der DAX-Familie gesprochen wird, sind damit meist die Performance-Indizes gemeint. Dabei werden Dividenden in die Indexentwicklung eingerechnet. Eine Dividendenzahlung lässt den DAX steigen, auch wenn der Kurs der Aktien unverändert bleibt. Ein ETF, der sich wie der DAX entwickelt, ist also ganz automatisch thesaurierend.

Allerdings gibt es auch ETFs, die einen Kursindex als Basis haben. Auch den DAX gibt es als Kursindex, ja selbst den DivDAX. Vor allem aber sind viele ausländische Indizes wie der Dow Jones reine Kursindizes. Bei Kursindizes gibt es drei verschiedene Möglichkeiten, wie Dividenden verwendet werden:

  1. Die Dividenden verbleiben bei der Fondsgesellschaft
  2. Die Dividenden werden ausgeschüttete
  3. Die Dividenden werden reinvestiert, der ETF übertrifft den Basisindex.

Die schlechteste Möglichkeit ist ein Verbleib der Gewinne bei der Fondsgesellschaft. Selbst wenn dafür keine weiteren Kosten anfallen, ist diese Variante fast immer zu teuer. Eine Ausschüttung ist der einfachste Weg, allerdings wünschen viele Investoren eine Wiederanlage. 

Bild1-5

Bildunterschrift: Wer vom DAX spricht, meint meist den Performance-Index. Dabei werden Dividendenzahlungen so berücksichtigt, als ob sie sofort wieder in den DAX investiert worden wären. Beim Kursindex wird dagegen nur die Entwicklung der Kurse beachtet. Welch großen Unterschied das macht, zeigt ein Vergleich. Vom 1.Juni 2000 bis zu 29. Februar 2016 sank der DAX-Kursindex um 15 Prozent, während der Performance-Index dank der Dividenden um 30 Prozent höher lag als rund 16 Jahre zuvor. Ein thesaurierender ETF auf den Kursindex sollte sich genauso entwickeln wie der Performance-DAX.

Auch diese Variante gibt es, beispielsweise beim ComStage ETF auf den deutschen F.A.Z.-Index (ISIN LU0650624025). Obwohl der Basisindex ein Kursindex ist, werden die Dividenden reinvestiert. Nach einer Dividendenzahlung entwickelt sich der ETF deshalb besser als der zugrundeliegende Index. Allerdings leidet unter diesem Verfahren die Transparenz, weil sich Index und ETF unterschiedlich entwickeln.

Kosten im Blick behalten

Bild1-6

Der Index enthält verschiedene Aktien in einem festgelegten Anteil. Ein Index-ETF kann diese Struktur entweder nachbilden oder aber andere Wertpapiere aufnehmen und die Entwicklung durch SWAP-Geschäfte nachbilden.

Bei klassischen Index-ETFs gibt es wenig Gründe, warum ein teuererer Anbieter gerechtfertigt sein sollte. Auch ETFs sind, wie andere Fonds auch, ein Sondervermögen. Das bedeutet, auch im Falle einer Bankenpleite ist das Fondsvermögen nicht betroffen. 

Allerdings gibt es ein Emittentenrisiko auch bei bestimmten ETFs. Einige bilden den Index nach, indem sie die dort enthaltenen Aktien kaufen und im gleichen Verhältnis wie im Index ins Depot legen. Andere bilden den Index synthetisch ab. Das bedeutet, dass das Fondsvermögen den Index nicht genau abbildet und Finanzderivate dafür sorgen sollen, dass die Wertentwicklung dennoch der des Index entspricht. Das kann problematisch sein, wenn der Emittent eines Derivats pleitegeht.

Icon_RisikoSynthetische Replikation bei ETFs: ETFs können einen Index nachbilden, indem sie die darin enthaltenen Aktien im gleichen Verhältnis wie der Index aufnehmen. Viele ETFs bilden den Index aber über sogenannte SWAP-Geschäfte nach, also über Wertpapiertausch. Dabei investiert der Fonds die Anlegergelder in andere Wertpapiere als die im Index enthaltenen. Gleichzeitig wird mit einem anderen Handelspartner, meist einer Bank, ein SWAP-Geschäft vereinbart. Der Partner garantiert dem ETF die Auszahlung von Gewinnen in der Höhe, wie sie der zugrundeliegende Index erzielt hat. Im Gegenzug erhält er eine SWAP-Gebühr und die Gewinne aus dem Sicherheitsportfolio. Da die SWAP-Gebühren nicht in der Gesamtkostenquote enthalten sind, müssen sie bei synthetischen ETFS getrennt betrachtet werden.

Mancher Anleger wird sich vielleicht auch sicherer fühlen, wenn der Wertpapierbestand in Deutschland verwahrt wird. Das kann aber dazu führen, dass Abgeltungssteuern berechnet wird. Davon abgesehen sollten Anleger den günstigsten ETF wählen -und natürlich auch auf einen günstigen Broker achten.

Fazit

Ein DAX ETF Dividende kann eine gute Wahl sein, vor allem wenn man Risiken minimieren will. Allerdings sind auch die Chancen geringer als bei Wachstumswerten, zumal dividendenstarke Aktien sich in der Vergangenheit gut entwickelt haben und deshalb mittlerweile vergleichsweise teuer sind. Neben ETFs auf den DivDAX gibt es weitere ETFs auf Dividendentitel.