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DAX ETF Short: Das muss man wissen

Geld verdienen bei fallenden Kursen

Auch mit fallenden Kursen lässt sich Geld verdienen, beispielsweise mit einem Short ETF. Damit lassen sich Gewinne und Verluste sogar hebeln. Allerdings birgt der Handel auch Risiken – und nicht für jeden ist ein ETF das beste Instrument um auf fallende Kurse zu setzen.

Auf fallende Kurse setzen – Chancen und Risiken

Nicht nur mit Kursanstiegen lässt sich Geld verdienen. Auch mit fallenden Kursen können Anleger Gewinne machen. Ein klassisches Instrument sind Leerverkäufe, also das Verkaufen von Wertpapieren, die man gar nicht besitzt, sondern beispielsweise nur geliehen hat. Sie werden verkauft und nach Ablauf der Leihfrist erneut gekauft. Ist der Kurs bis dahin gefallen, hat der Anleger einen Gewinn gemacht.

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An der Börse ging es seit der Einführung des DAX 1988 fast jedes Jahr bergauf. Wer auf fallende Kurse setzen will, sollte gute Gründe haben.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Produkten, mit deren Hilfe man auf fallende Kurse setzen kann, darunter eben auch DAX ETF Short. Allerdings ist der Handel auch besonders riskant. 

Die Grundidee der Börse ist die Beteiligung an einem Unternehmen. Die Gewinne der Aktionäre sind die letztendlich die Erträge der Unternehmertätigkeit. Der langfristige Trend an den Börsen geht deshalb nach oben. Das bedeutet auch, wer nur nach dem Prinzip Zufall auf fallende Kurse setzt, wird meisten Geld verlieren.

Der Kauf eines DAX ETF Short ist also nur dann sinnvoll, wenn man gute Gründe für den Glauben an fallende Kurse hat. Eine einfache und trotzdem oft erfolgreiche Strategie ist dabei die Trendfolgestrategie.

Icon_MusterdepotTrendfolgestrategie: Die Trendfolgestrategie basiert auf der Überlegung, dass auch im Zeitalter des Hochfrequenzhandels Trends mehrere Tage oder sogar Monate lang intakt sein können. Sind die Kurse zuletzt gestiegen, setzt man deshalb auf steigende Kurse. Bei einer negativen Kursentwicklung wird dagegen auf weiter fallende Kurse spekuliert. Dabei wird Geld natürlich immer nur kurzfristig angelegt. Außerdem sollten Anleger auf Hinweise für einen Kurswechsel achten. Eine umgekehrte Schulter-Kopf-Schulter-Formation leitet beispielsweise oft das Ende einer Abwärtsbewegung ein. Dabei fällt der Kurs zunächst, erholt sich etwas und fällt dann noch tiefer. Schließlich erholt er sich ein weiteres Mal und fällt dann noch mal, allerdings nicht mehr so tief wie er zuvor lag.

Trotzdem sollten Anleger bei der Spekulation auf fallende Kurse vorsichtig sein. Ein großer Vorteil von ShortDAX ETF ist, dass die Verluste nicht über dem investierten Kapital liegen können. Sie eignen sich aber trotzdem nur für die kurzfristige Geldanlage, nicht als dauerhafte Investition, beispielsweise über einen ETF-Sparplan.

So wird der ShortDAX berechnet

Wer mit ETFs auf einen fallenden DAX setzen will, für den bieten sich Indexfonds auf den ShortDAX an. Der ShortDAX wird von der Deutschen Börse AG veröffentlicht. Er bildet die Entwicklung des DAX umgekehrt proportional ab, das bedeutet, wenn der DAX fällt, dann steigt der ShortDAX. 

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Der ShortDAX (grau) steigt jeweils um den gleichen Prozentsatz, um den der DAX (dunkelrot) fällt und umgekehrt. Der ShortDAX ist deshalb kein genaues Spiegelbild des DAX (hellrot). Denn die prozentuale Veränderung wird immer auf den täglichen Kurs berechnet. Hat ein DAX ETF Short beispielsweise seinen Wert nach einer langen Hausse halbiert, so fällt ein anschließender Kursanstieg auch nur noch halb so stark ins Gewicht wie zuvor. 

Dabei wird die relative Entwicklung zugrunde gelegt, nicht die Veränderung in Punkten. Warum dieser Unterschied wichtig ist, zeigt ein Blick auf ein fiktives Beispiel:

Der DAX steigt an einem Tag um 1,00 Prozent von 10.000 auf 10.100 Punkte. Am zweiten fällt er wieder um 100 Punkte und liegt erneut bei 10.000 Punkten. Weil der DAX aber zwischenzeitlich bei 10.100 Punkten stand, entspricht der Rückgang nicht 1,00, sondern nur 0,99 Prozent des letzten Kurses.

Deshalb würde ein DAX ETF Short zunächst um 1,0 Prozent fallen und dann um 0,99 Prozent ansteigen. Wer 10.000 Euro in den ETF investiert hätte, würde also zunächst 100,00 Euro verlieren. Am zweiten Tag würde der ETF um 0,99 Prozent ansteigen. Der Anstieg wird allerdings nicht auf den Kaufpreis, sondern auf den aktuellen Wert des ETF von 9.900,00 Euro berechnet, so dass der Wert um 98,01 Euro steigen würde. Obwohl der DAX unverändert bei 10.000 Euro liegt, hätte der DAX ETF Short einen Verlust von rund zwei Euro gemacht.

Kurs- und Performance-Index:  Indizes können sowohl als reine Kurs- als auch als Performance-Indizes berechnet werden. Ein Kursindex berücksichtigt dabei nur die Kursveränderungen, diese gehen in unterschiedlicher Gewichtung ein. Beim Performance-Index werden dagegen auch Dividenden mitberechnet. Im Englischen wird er deshalb auch als Total Return Index bezeichnet (TR), da der Gesamtertrag aus Kursgewinnen und Dividenden berücksichtigt wird. Der Kursindex kann sich deshalb maximal genauso gut entwickeln wie der Performance-Index (nämlich dann, wenn keine Dividenden gezahlt werden).

Der DAX wird sowohl als Performance- als auch als Kursindex veröffentlicht. Wer umgangssprachlich vom DAX spricht, meint damit aber den Performance-Index. Den ShortDAX gibt es sowohl als Gegenstück zum Performance- als auch zum Kursindex.

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Sie funktioniert ein DAX ETF Short?

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Ein Index ETF kann die im Index gehaltenen Aktien im gleichen Verhältnis kaufen, wie sie im Index gewichtet werden und damit die Wertentwicklung abbilden (links). Die Alternative dazu sind synthetisch replizierende ETFs, die ein Sicherheitsportfolio auf verschiedenen Aktien anlegen und über SWAP-Geschäfte die Wertentwicklung nachbilden.

Klassischerweise nehmen Fonds die Aktien, deren Wertentwicklung sie abbilden wollen, direkt in ihr Depot. Das gibt dem Investor Sicherheit, während die Pleite des Emittenten ein Zertifikat völlig wertlos machen kann, bliebe das Vermögen eines Fonds relativ unbeeinflusst. Denn es wird getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft verwaltet.

Bei einem DAX ETF Short ist das natürlich nicht ohne weiteres möglich. Es handelt sich dabei deshalb um sogenannte synthetisch replizierende ETFs, wie es sie auch bei ETFs gibt, die auf steigende Kurse setzen. Dabei wird ein Teil des Gelds in ein Sicherheitsportfolio investiert. Das können Long-Positionen verschiedenster Aktien sein. Dann wird über Derivate oder SWAP Geschäfte die Wertentwicklung des Short-DAX nachgebildet. Das kann beispielsweise bedeuten, dass die Fondsgesellschaft mit einer Bank ein Geschäft abschließt, bei dem das Geldinstitut alle Erträge aus dem Sicherheitsportfolio sowie ein SWAP-Gebühr erhält, dieses der Fondsgesellschaft dagegen Geld zahlen muss, wenn der DAX fällt.

Was bedeutet DAX ETF Short x2

Bei einem DAX ETF Short x2 wird die prozentuale Entwicklung mit dem Faktor zwei gewichtet. Genauer gesagt mit -2, das bedeutet, dass ein Anstieg des DAX um 1,0 Prozent den DAX ETF Short um 2,0 Prozent sinken lässt. Umgekehrt steigt der bei einem Rückgang des DAX um 1,0 Prozent um 2,0 Prozent.

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Bulle und Bär stehen für Hausse und Baisse an der Börse, also für Kursanstiege und Kursrückgänge. Im Englischen wird deshalb ein optimistischer Investor als bullish bezeichnet, wer mit Kursrückgängen rechnet dagegen als bearish. Wer in einen DAX ETF Short investiert hat, für den sind natürlich fallende Kurse gute Nachrichten.

Entsprechend sind auch Bezeichnungen wie DAX ETF Short x4 oder DAX ETF Short x6 zu verstehen. Hier liegt der Hebel beim vier beziehungsweise sechs. Der ShortDAX wird von der Deutschen Börse mit einem Hebel von maximal x10 berechnet.

Auch die umgekehrte Schreibweise DAX ETF Short 2x (also mit dem x hinter der Zahl) kann man oft sehen, die Bedeutung ist die gleiche wie mit dem Zusatz x2. Eine Besonderheit ist dagegen der ShortDAX x2 monthley, bei dem nicht die täglichen, sondern die monatlichen Veränderungen einfließen. 

Grundsätzlich können Investoren mit dem ShortDAX nicht mehr als ihren Einsatz verlieren, eine Nachschusspflicht wie bei Differenzkontrakten (CFDs) gibt es nicht. Würden die Verluste 100 Prozent übersteigen, wird der Index von der Deutschen Börse angepasst.

Alternativen zum DAX ETF Short

Icon_WissenEs muss nicht unbedingt ein DAX ETF Short sein. Auch mit CFDs können Anleger problemlos auf fallende Kurse setzen – und dort mit noch weit höheren Hebeln handeln. Allerdings sind meistens auch die Risiken höher, denn bei den meisten Brokern gibt es eine Nachschusspflicht. Wer mit einem Hebel von 100 einen Betrag von 1.000 Euro auf fallende Kurse setzt, dessen Gewinne und Verluste werden so berechnet, als habe er 100.000 Euro investiert. Ein Kursanstieg um 2,0 Prozent bedeutet also keinen Verlust von 20 Euro (2,0 Prozent von 1.000 Euro), sondern von 2.000 Euro (2,0 Prozent von 100.000 Euro). Weil der Trader nur 1.000 Euro investiert hat, muss er 1.000 Euro nachschießen. Allerdings gibt es auch Broker, die auf eine Nachschusspflicht verzichten.

Auch mit Termingeschäften wie Optionen lässt sich auf fallende Kurse setzen. Besonders einfach geht es mit Optionsscheinen, die an der Börse gehandelt werden und die sich, wie ein DAX ETF Short, über einen regulären Aktienbroker kaufen lassen. Die Höhe der Gewinne ist dabei aber vom Ausübungspreis und vom Kaufpreis der Option abhängig und lässt sich nicht so einfach berechnen wie bei einem ETF auf den ShortDAX.

Fazit

Wetten auf fallende Kurs sind nur versierten Händlern zu empfehlen. Denn um damit erfolgreich zu sein, muss man besser sein als der Markt. Wer sich das zutraut, kann das einfach mit einem DAX ETF Short tun. Besonders geeignet sind ETFs, die an den von der Deutschen Börsen veröffentlichten ShortDAX gekoppelt sind (ISIN DE000A0C4CTO). Dabei bedeutet jeder Anstieg des DAX einen Rückgang um den gleichen Prozentsatz und umgekehrt. Der ShortDAX wird sowohl auf den Kurs- als auch auf den Performance-Index berechnet und wird auch mit einem Hebel von bis zu zehn angeboten. Ein großer Vorteil dabei ist, dass nicht mehr als das eingesetzte Kapitel verloren werden kann.

 

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