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Aktienhandel lernen 2019: So kann man den richtigen Umgang mit der Börse lernen

Börsenratgeber gibt es wie Sand am Meer. Einige wollen herausgefunden haben, dass die Sterne den Anlageerfolg beeinflussen, andere versprechen todsichere Börsenstrategien. Welche Bücher sind wirklich gut und für Anfänger verständlich? Wir stellen vor: die 5 beliebtesten Bücher für Anfänger.

  • Vorsicht bei vollmundigen Versprechen
  • Bücher für Einsteiger sollten Basiswissen erklären
  • Aktualität ist nicht alles

Woran man ein gutes Börsenbuch erkennt

Ein gutes Buch zu erkennen ist nicht leicht. Das gilt auch für die Literatur zum Thema Börse. Immerhin lassen sich ein paar Titel relativ schnell ausschließen, nämlich wenn

  • das Buch schnellen Reichtum verspricht,
  • ein unbekanntes Buch als „Bestseller“ verkauft wird,
  • die Sprache verworren und kaum verständlich ist,
  • das Buch in Kommentaren gelobt wird, die vermutlich gefälscht sind.

Natürlich lässt auch ein Blick auf den Inhalt manche Ratgeber gleich aus dem Rennen ausscheiden. Das Buch „Börsenerfolg als astronomisches Schicksal“ von Annemarie Zimmermann dürfte für die meisten Anleger wenig aufschlussreich sein, wenn man nicht gerade an die Wahrheit von Horoskopen und die Bedeutung von Sternbildern glaubt.

Börse lernen

Verständlich und gut geschrieben, aber nicht mehr ganz aktuell ist dieses Börsenbuch aus den 1980er Jahren.

Bücher, die zu viel versprechen, sollte man schnell wieder aus der Hand legen. Sie tragen Begriffe wie Millionär oder Gewinngarantie im Titel. Mitunter sind sie im Selbstverlag herausgebracht, oft über das Books on Demand Verfahren. Trotzdem werden sie in der Beschreibung als Bestseller bezeichnet. Mitunter ist auch ein Blick in die Bewertungen erhellend. Zu viele begeisterte Bewertungen sprechen gegen ein Titel, auch gute Bücher bekommen mal eine schlechte Kritik. Besonders vorsichtig sollte man sein, wenn die Kommentare sich wiederholen und im gleichen Stil geschrieben sind. Oft sind sie auch in fehlerhaftem Deutsch verfasst, ein Hinweis darauf, dass bezahlte Kommentarschreiber im Ausland sie verfasst haben.

Vorsicht ist natürlich auch geboten, wenn das Buch selbst in schlechtem Deutsch verfasst ist. Das ist nicht nur anstrengend zu lesen, sondern auch ein Zeichen dafür, dass sich niemand die Mühe gemacht hat, es zu lektorieren. Es wurde bei den Großverlagen offenbar nicht angenommen und ist deshalb in einem Kleinstverlag erschienen.

5 beliebte und gute Bücher für Einsteiger

Beliebt sein alleine reicht nicht, ein Börsenbuch sollte auch gut sein. Glücklicherweise ist oft beides der Fall, denn gute Qualität spricht sich herum, schlechte ebenfalls. Da helfen auch gefälschte Kommentare und reißerische Titel nichts. Das sollte ein gutes Börsenbuch bieten:

  • Grundwissen über die Börse vermitteln
  • Chancen und Risiken abwägen
  • Einzelne Strategien erläutern
  • Verständlich geschrieben sein

Icon_RisikoWir haben fünf Bücher ausgewählt, die diesen Ansprüchen genügen, sich an Anfänger richten und beliebt sind. Dabei ist Anfänger natürlich nicht gleich Anfänger.  Einige haben keinerlei Grundwissen zum Thema Börse, andere haben durch Nachrichten und Schule bereits einiges an Wissen erworben, aber bisher selbst noch nicht gehandelt. Wir haben für alle etwas dabei.

Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs von Gerd Kommer {ISIN 978-3593504544 }

Ganz oben auf den Bestsellerlisten im Bereich Finanzbuch – Börsenführer steht Mitte 2019 ein Buch über Indexfonds, nämlich „Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs“ von Gerd Kommer aus dem Campus Verlag. Das mag auch an dem reißerischen Untertitel liegen: „Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen“.

Wie der Titel schon andeutet, handelt es sich dabei nicht um eine allgemeine Einführung ins Thema „Börse“, wie bei den beiden im Anschluss vorgestellten Büchern. Für Anfänger ist es aber trotzdem geeignet, zumal der Handel mit Indexfonds vergleichsweise einfach ist. Diese Papiere, oft als börsengehandelte Fonds konzipiert (Exchange Traded Funds – ETFs), bilden einfach nur einen Index nach, beispielsweise den DAX.

Gerd Kommer erläutert, warum diese Form den klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds überlegen ist. Dabei wählt er verschiedene Ansätze, die Leser von seiner These zu überzeugen, teils statistische und teils wirtschaftstheoretische und erklärt, wie Anleger vorgehen müssen.

Ein gutes und überzeugendes Buch. Wer aber trotz allem lieber aktiv mit Aktien handeln will, der findet hier wenig Hilfestellung. Ein bisschen Grundwissen muss man außerdem mitbringen, andernfalls sollte man zusätzlich eines der anderen vier beschrieben Bücher kaufen.

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Der Aktien- und Börsenführerschein von Beate Sanders {ISIN 978-3898799225}

Als Lizenz zum Geldanlegen wird das Buch von Beate Sanders aus dem FinanzBuch Verlag im Untertitel bezeichnet. Tatsächlich können die Leser am Ende ihr Wissen testen und eine Papierurkunde erhalten, eben den Börsenführerschein. Vorausgesetzt natürlich, sie haben die Prüfung bestanden.

Das Buch beantwortet grundlegende Fragen wie „Was ist die Börse“, macht einen Ausflug in die Geschichte der Spekulation und stellt die wichtigsten Wertpapierarten und Handelsmöglichkeiten vor. Dabei warnt die Autorin auch vor ihrer Meinung nach gefährlichen Spekulationsformen. Vor allem aber gibt sie zahlreiche Praxistipps für die Geldanlage an der Börse.

Das Buch ist bereits mehrfach neu aufgelegt worden und wird regelmäßig aktualisiert. Die Autorin ist gelernte Realschullehrerin und gründete als solche eine Börsen-AG an ihrer Schule. Heute ist sie freiberufliche Dozentin und Autorin für Finanzthemen. Das Buch ist in elektronischer und in gedruckter Form erhältlich.

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Börse für Dummies von Christine Bortenlänger und Ulrich Kirstein {978-3527709397}

Die schwarz-gelben Bücher der „für Dummies“ Reihe sind weltweit bekannt. Es gibt sie zu fast allen erdenklichen Themen, von Physik über zwischenmenschliche Themen bis eben zu wirtschaftlichen. Autoren von Börse für Dummies sind Christina Bortenlänger und Ulrich Kirstein. Bortenlänger ist geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts. Kirstein war lange Zeit als Finanzjournalist tätig und ist jetzt Pressesprecher der Bayerischen Wertpapierbörse. Beide haben zusammen auch weitere Finanzratgeber geschrieben, darunter „Aktien für Dummies“.

Das Buch gibt einen guten und verständlichen Einblick in das Thema „Börse“ und erläutert sowohl Hintergrundwissen als auch Börsenstrategien. Dabei widmet es sich neben den harten Fakten wie dem Auf und Ab der Volkswirtschaften zu Recht auch psychologischen Faktoren wie dem berühmten Herdenverhalten. Leider könnte die Struktur an einigen Stellen noch etwas klarer und die Gliederung besser sein.

Das Buch ist in gedruckter Form sowie als E-Book erhältlich.

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Schnellkurs Aktien von Dennis Winkler {978-3802932359}

Icon_PluszeichenDennis Winklers Buch ist genau das, was der Titel verspricht, nämlich ein Schnellkurs. Das schlägt sich schon im Preis nieder, das Buch ist im Vergleich mit anderen Ratgebern sehr günstig. Dafür geht es auch weniger tief als die meisten anderen vorgestellten Bücher, erklärt aber ausreichend die wichtigsten Grundlagen.

Ein guter Einstieg für alle, die sich langsam dem Thema nähern wollen und eine gute Ergänzung zum bereits vorgestellten Buch „Souverän investieren mit Indexfonds“ für alle, die dort grundlegende Informationen zu Fragen wie „Was sind Aktien“ oder „Wann sind Aktien teuer, wann billig“ vermissen.

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Ich mach Geld und nicht den Abwasch von Mirjam Müller {978-3899942064}

Nur an einen bestimmten Teil der Börseninteressierten wendet sich das Buch „Ich mach Geld und nicht den Abwasch“ von Mirjam Müller. An wen, das verrät spätestens der Untertitel „Wie Frauen an ein kleines Vermögen kommen“.

Tatsächlich ist es auch inhaltlich stark auf Frauen zugeschnitten. Die Autorin vermittelt nicht nur Börsengrundwissen, sondern geht auch der Frage nach, warum Frauen so selten an der Börse investieren. Für Männer ist das Buch tatsächlich nichts, zumal die Autorin der Meinung ist, Frauen seien die besseren Anleger. Für die wachsende Zahl börseninteressierter Frauen ist es aber ein guter Einstieg.

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Alternativen zum Buch

Icon_Blatt_mit_StiftBücher sind eine gute Möglichkeit, wenn man den Aktienhandel lernen will. Interessenten sollten auch die Kosten dafür nicht scheuen, viele Titel kosten schließlich weniger als 10 Euro. Das sollte man für den Börseneinstieg schon zu investieren bereit sein.

Zum Teil lässt sich aber Wissen auch im Internet abrufen, beispielsweise auf unserer Seite bei Themen wie „Wertpapiere kaufen und verkaufen“ und „Was sind Zertifikate“.

Hilfreich sind auch Webinare, wie sie beispielsweise von unserer Aktiendepot Empfehlung S-Broker angeboten werden. Wer spekulativere Anlageformen wie CFDs oder Devisenhandel ausprobieren möchte, sollte das unbedingt vorher mit einem Demokonto ausprobieren. Die meisten Investoren verlieren bei diesen beiden Anlageformen nämlich Geld – im Gegensatz zum Aktienhandel.

Börse lernen mit einem Demokonto

Natürlich sind Bücher eine gute Möglichkeit, um sich über das grundlegende Wissen zur Börse zu informieren. Lesen bildet bekanntermaßen und kann deshalb nicht nur für unerfahrene Anleger eine Unterstützung bei ihren Handelsaktivitäten sein. Noch besser ist hingegen die Kombination der Lektüre der Bücher mit einem Demokonto. Die Anleger haben auf diese Weise die Möglichkeit, dass theoretisch erlernte Wissen direkt in die Tat umzusetzen und auszuprobieren. Theorie und Praxis sind bekanntermaßen unterschiedlich, was sich spätestens bei der Anwendung auf dem Demokonto herausstellen wird. Viele Broker stellen das Demokonto kostenfrei mit virtuellem Guthaben zur Verfügung. Die Trader können dadurch ohne Risiko in Aktien oder andere Finanzinstrumente investieren. Nicht überall gibt es das Demokonto zeitlich unbefristet, sodass effektives Zeitmanagement gefragt ist. Wer ein Demokonto hat, sollte damit auch so viel wie möglich agieren und bestenfalls jeden Tag einige Trades realisieren. Dadurch zeigt sich, ob das Verständnis aus dem Buch auch wirklich in der Praxis umsetzbar ist.

Trading-Tagebuch führen

Um wirklich effizient zu lernen, empfehlen wir vor allemden weniger erfahrenen Anlegern, nicht nur die Bücher zu lesen, sondern auch selbst aktiv zu werden. Wer das Demokonto nutzt, kann Handelserfahrung und ohne Risiko sammeln. Noch besser ist dabei die Kombination mit einem Trading-Tagebuch. Börse lernen geht auf diese Weise noch nachhaltiger. Im Trading-Tagebuch zeichnen die Anleger ihre Handelsaktivitäten genau auf. Damit lässt sich später jeder einzelne Trade genau analysieren. Vor allem für die Anwendung von Strategien ist das Tagebuch besonders wichtig, denn die Anleger können damit genau sehen, warum und wann die Strategien erfolgreich waren oder eben nicht. Auf Basis dieser Informationen lassen sich künftige Fehler deutlich einfacher vermeiden.

Risikomanagement: Bücher können theoretische Grundlagen legen

Wer in Wertpapiere oder andere Finanzinstrumente mit einem längeren Anlagehorizont investieren möchte, für den ist ein ausgewogenes Risikomanagement das A und O. Viele weniger erfahrene Anleger wissen häufig gar nicht so recht, was eigentlich Risikomanagement ist und welchen Einfluss es auf ihren Handelserfolg hat. Genau hierin liegt die Tücke. Deshalb empfehlen wir, sich auch explizit mit den Büchern rund um das Risikomanagement zu befassen. Wer bei seinen Investitionen bereits alles auf einmal selbst, kann die Verluste nicht ausgleichen und muss gegebenenfalls Kapital nachschießen. Das ist beim Investment allerdings gerade für unerfahrene Anleger nicht optimal. Deshalb gilt die Devise: Zunächst immer nur einen bestimmten Teil des Kapitals einsetzen, um keinen Kapitalverlust zu erleiden. Wie ein gutes Money- und Risikomanagement funktioniert, wird in vielen Büchern umfassend erklärt. Dass theoretisch erlernte Wissen können die Anleger mit ihrem kostenlosen Demokonto in die Praxis übernehmen und bestenfalls gleich selbst mit dem virtuellen Guthaben ausprobieren. Hier zeigt sich rasch, ob die Ausführungen zum Risikomanagement im Buch für die eigene Anlagestrategie kompatibel sind oder nicht.

Börse lernen: Theorie und Praxis weichen oft voneinander ab

Das theoretische Wissen in den Büchern ist zwar für viele Anleger äußerst hilfreich, in der Praxis erzielen die Trader dennoch oftmals nicht das gewünschte Ergebnis. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Zunächst sollten die Anleger im Hinterkopf behalten, dass die Märkte ihre ganz eigenen Gesetze haben und nie stringent nach einem Muster funktionieren. Gerade beim Handel mit Wertpapieren kann bereits eine negative Meldung enorme Auswirkungen auf den Kursverlauf der Aktie haben. Deshalb ist es wichtig, dass die Anleger sich immer bewusst machen, dass auch trotz umfangreichem Wissen ein Restrisiko besteht. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass nie das gesamte Kapital, sondern immer nur ein geringer Teil investiert wird. Ursächlich für die fehlerhaften Interpretationen oder Trades sind auch die verschiedenen Daten stehen. Wer beispielsweise ein Demokonto nutzt, hat nicht bei allen Brokern Echtzeitdaten zur Verfügung, sodass es deutliche Unterschiede zum Depot mit Echtgeld geben kann. Nutzen die Anleger beispielsweise das Demokonto und das Konto mit eigenem Kapital, ist die Übertragung eine Strategie nicht immer 1:1 möglich, wenn beispielsweise nicht beide Konten über Echtzeitkurse verfügen. Dadurch ergeben sich Unterschiede, welche vor allem beim Investment mit eigenem Kapital nachteilig sein können. Deshalb sollten die Anleger immer darauf achten, dass sowohl das Demokonto als auch das Echtgeldkonto über eine einheitliche Kursversorgung verfügen.

Tipp: Lernen Sie immer von den Profis

Börse lernen ist gerade in der heutigen Zeit gar nicht so schwer, denn neben den Büchern wird auch Wissen in einschlägigen Communities zur Verfügung gestellt. Vor allem weniger erfahrene Anleger können häufig nicht unterscheiden, ob es sich hierbei um wirkliche Börsenexperten handelt oder um Trader, die über vermeintliches Wissen verfügen. Damit die Anleger wirklich nur von aktiven Tradern mit Handelserfahrung lernen, sollte die Quelle des Wissens immer hinterfragt werden. Viele Broker stellen kostenfreie Weiterbildungsangebote mit ausgewiesenen Börsenexperten zur Verfügung. Dabei haben Anleger die Möglichkeit, den Profis bei ihren eigenen Handelsaktivitäten und Analysen über die Schulter zu schauen. Diese Chance sollten die Trader laut unserer Erfahrung nutzen, denn dieser 1:1 Informationen sind noch einmal etwas anderes als theoretisches Wissen aus Büchern. Die Trading-Profis nutzen bei ihren Ausführungen meist auch die gängigen Handelsplattformen und Tools für die Analyse. Auf diese Weise können die Trader nicht nur ihr Grundlagenwissen zum Handel mit Wertpapieren vertiefen, sondern auch gleich praktische Erfahrungen und Tipps für die Anwendung der Analysewerkzeuge erhalten.

Fazit

Wer Geld an der Börse investieren will und bisher nur wenig über das Thema weiß, sollte die Investition in ein gutes Buch nicht scheuen. Wer sich erst einmal Grundwissen aneignen will, braucht natürlich an anderes Buch als jemand, der schon etwas weiß.

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